Spionagevorwurf gegen Song Du-Yul in Südkorea

Deutscher unter Spionageverdacht will Staatsbürgerschaft aufgeben

Gelehrter will Ausweisung aus Südkorea verhindern

Seoul - Der unter Spionageverdacht stehende deutsch-koreanische Gelehrte Du-Yul Song hat den Abbruch aller nordkoreanischen Kontakte und die Aufgabe seiner deutschen Staatsangehörigkeit angeboten. Er sei bereit zu diesen Schritten und zu weiteren "Unannehmlichkeiten", wenn er seine ursprüngliche südkoreanische Staatsangehörigkeit behalten dürfe, sagte Song am Dienstag dem südkoreanischen Fernsehen. Er sei in sein Geburtsland zurückgekehrt, um dort dauerhaft zu leben. Im Falle einer Verurteilung wegen Spionage droht Song die Ausweisung nach Deutschland. (AFP)

14.10.03, 14:33 Uhr


Südkoreas Präsident fordert "Toleranz" gegenüber angeblichem Spion

Deutscher Professor soll für Nordkorea spioniert haben

Seoul - Südkoreas Präsident Roh Moo Hyun hat sein Volk aufgefordert, "Toleranz" gegenüber dem unter Spionageverdacht für Nordkorea stehenden deutschen Professor Du Yul Song zu zeigen. Song werde derzeit unter Anwendung der nationalen Sicherheitsgesetze verhört, die zu Zeiten "äußerster Konfrontation" zwischen Nord- und Südkorea erlassen worden seien, sagte Roh am Montag vor dem Parlament in Seoul. "Aber die Dinge haben sich jetzt geändert." Die strenge Anwendung des Rechts sollte nicht umgangen werden, jedoch handle es sich hier um eine "Angelegenheit der nationalen Versöhnung und des Dialogs", nicht um "Konfrontation, Misstrauen und Hass". Die Südkoreaner sollten der Welt zeigen, wie tolerant sie seien. (AFP)

13.10.03, 10:54 Uhr