Zwei Vorträge zum Friedensprozess auf der koreanischen Halbinsel
1. Vortrag:
Koreanische Literatur macht einen Schritt über die Grenze
Für die Neubildung einer muttersprachlichen Gemeinschaft
Prof. em. Dr. YOM Moo-ung
Vorsitzender des Südens der 6.15(South & North Korea) Writers Association
Zeit: Di., 27. November 2007, 19:00 Uhr
Ort: Freie Universität, Rost- und Silberlaube (Mensa II), Seminarraum L 113
Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin (U3 Thielplatz; X11, M11 Hittorfstr.)
(Deutsch und Koreanisch)
2. Vortrag
Sieben Jahre mit zwei Gipfeltreffen – für eine neue Zukunft
Prof. Dr. CHUNG Hyun-back
Sonderbegleiterin des Präsidenten beim Gipfeltreffen
Zeit: Do., 29. November 2007, 19:00 Uhr
Ort: Freie Universität, Rost- und Silberlaube (Mensa II), Seminarraum L 115
(Deutsch)
Das zweite innerkoreanische Gipfeltreffen vom Okt. 2007 war ein großer Schritt in der Entwicklung hin zu einer konkreten Institutionalisierung des Friedensprozesses inklusive der Fragen nach Abrüstung und Wirtschaftskooperationen. Damit hat dieses Treffen für die politische und gesellschaftliche Entwicklung auf der koreanischen Halbinsel sowie für die gesamte ostasiatische Region eine zukunftsweisende Bedeutung.
Aus diesem Anlass bietet der Korea-Verband ein Diskussionsforum an, um über den aktuellen Stand der Nord-Süd-Beziehung zu informieren und die Bedeutung der neueren Entwicklung zu analysieren, nicht nur in einer gesellschaftswissenschaftlichen, sondern auch in einer literarischen Perspektive. Ein beachtliches Ergebnis in den letzten sieben Jahren seit dem ersten Gipfeltreffen manifestiert sich in der Gründung eines vereinigten Schriftsteller/innen/verbandes mit Mitgliedern sowohl aus Süd- als auch Nordkorea.
Zwei renommierte Persönlichkeiten der Gegenwartsgeschichte Südkoreas, die sich unermüdlich für die Demokratie und den Friedensprozess auf der koreanischen Halbinsel einsetzen, halten Vorträge und stellen sich für Diskussionen zur Verfügung. Dazu laden wir alle Interessierten herzlich ein.
Über die Vorträge und Referenten
1. Vortrag:
Koreanische Literatur macht einen Schritt über die Grenze
Für die Neubildung einer muttersprachlichen Gemeinschaft
Prof. em. Dr. YOM Moo-ung
Seit der nationalen Teilung weist die Literatur in Nord- wie in Südkorea aus jeweils unterschiedlichen Gründen eine deformierte Entwicklung auf: Systemtreue und Personenkult als Werkzeuge der politischen Propaganda lassen in der Literatur im Norden schwerlich authentischen Ausdruck von Innenleben des Menschen zu. Im Süden verlieren viele Schriftsteller in der Eile des "Aufholens" der westlichen Strömungen die organische Verbindung zu ihren eigenen Traditionen.
Wie ist eine Literatur möglich, die einerseits einem Anspruch von Universalismus und Diversität gerecht wird aber andererseits im eigenen geschichtlichen Kontext verankert ist? Wichtig ist, dass begabten Künstler/innen in Vielzahl die Möglichkeit gegeben wird, ihre Kreativität frei zu entfalten. Doch müssten wir Kräfte investieren, um die dafür notwendigen gesellschaftlichen Bedingungen zu schaffen. Konkret bedeutet dies, das letzte Erbe des Kalten Krieges, die Teilung zu überwinden und einen selbständigen, vereinigten Staat zu schaffen bei paralleler Realisierung einer wahren Demokratie für die gesamte koreanische Halbinsel.
Während der vergangenen 30 Jahre haben koreanische Literaten nicht nur eine große Anzahl von hervorragenden Werken verfasst, sondern sich auch für Demokratie und Wiedervereinigung eingesetzt. Als eines der Ergebnisse ihres Wirkens gab es im Juli 2005 den gesamtkoreanischen Schriftstellerkongress (Minjok Jakga Daehoe), an dem 200 Autoren und Autorinnen aus Nord wie Süd teilnahmen. Aufgrund seines Beschlusses wurde im Oktober 2006 6.15 (South & North Korea) Writers Association ins Leben gerufen. Dies ist zwar erst der Anfang und man wird wohl auf viele Hindernisse stoßen. Doch ein Prozess der Überwindung von solchen Schwierigkeiten ist für die Literatur an sich wertvoll und erfüllt sie. Die Literatur in Korea hat doch glücklicherweise noch viele Aufgaben vor sich.
Prof. em. Dr. YOM Moo-ung (Yeungnam University, Gyeongsan/Südkorea), Literaturwissenschaftler und –kritiker, repräsentativer Theoretiker der Minjung-Literatur, ehem. Chefredakteur der Zeitschrift „Creation and Criticism“, Vorsitzender der 6.15 (South & North Korea) Writers Association (2003-2006). Mitglied des südkoreanischen Komitees zur Implementierung der 15. Juni Gemeinsamen Erklärung.
2. Vortrag
Sieben Jahre mit zwei Gipfeltreffen – für eine neue Zukunft
Prof. Dr. CHUNG Hyun-back
Leitet Nordkorea möglicherweise eine Phase der Neuorientierung für weitere Entwicklungen ein? In welche Richtung soll eine solche Neuentwicklung führen? Es ist nun unsere Aufgabe, Antworten auf diese Fragen zu finden. Das erste Nord-Süd-Gipfeltreffen im Jahr 2000 wird als der erste Schritt zur Eröffnung eines Friedensregimes auf der koreanischen Halbinsel bewertet. Das zweite Treffen vom Oktober 2007 leitet die Hauptphase ein, in welcher konkrete Institutionalisierung des Friedensprozesses zwischen Nord- und Südkorea in verschiedenen Bereichen der Gesellschaften vollzogen werden. Dabei spielen insbesondere die Fragen nach Abrüstung und Wirtschaftskooperationen eine wichtige Rolle.
In diesem Vortrag wird Prof. Chung ihre Beobachtungen über die Veränderungen in Nordkorea, die sie als Sonderbegleiterin des Präsidenten bei dem zweiten Nord-Süd-Gipfeltreffen machen konnte, darstellen sowie die konkreten Erträge des Gipfeltreffens vorstellen. Zum Schluss wird sie diskutieren, wie die durch die Gipfeltreffen eröffneten Möglichkeiten zu verwirklichen sind, und welche Probleme damit verbunden sind.
Prof. Dr. CHUNG Hyun-Back (Geschichtswissenschaft, Sungkyunkwan University, Seoul), Vorstandsmitglied der Korea Democracy Foundation, Mitglied der Regierungskommission zum Austausch und Zusammenarbeit mit Nordkorea, Vorstandsvorsitzende der Women Making Peace, Co-Representative der Korean Women's Association United, Standing Representative of Women’s Division des südkoreanischen Komitees zur Implementierung der 15. Juni Gemeinsamen Erklärung (bis Feb. 2007).
Wo sind die Räume der Freien Universität?

Mit den Buchstaben J, K, L sind die drei breiten Längsgänge bezeichnet, die sich durch die beiden Gebäude zwischen Habelschwerdter Allee und Fabeckstraße erstrecken. Die Buchstabenverbindungen JK und KL bezeichnen dementsprechend die Quergänge zwischen diesen Längsgängen. Die ersten beiden Ziffern beziehen sich auf die Nummerierung der Verbindungsgänge, nämlich von 33 (unmittelbar an der Habelschwerdter Allee) bis 23 (in der Nähe der Fabeckstraße). Die dritte Ziffer gibt das Stockwerk an (0 = Keller, 1 = Erdgeschoss, 2 = erstes Obergeschoss), die letzten Ziffern zeigen den Raum an.
Kontakt: Dr. CHOE Hyondok, SHIN Hyo-Jin, Eric Ballbach, SONG-Schreff Song-Hak
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