Protesterklärung des Korea Verbandes e.V.
gegen das „Nationale Sicherheitsgesetz“ in Südkorea
und seine aktuelle Anwendung
Wir, der Korea Verband e.V. im Asienhaus (Essen), wenden uns aus Anlass des aktuellen Verfahrens gegen Professor Dr. Song Du-Yul mit dieser Erklärung an Sie.
Es erscheint uns ungeheuerlich, dass 16 Jahre nach dem formalen Ende der Diktatur auf Grund des noch aus der finsteren Zeit der Militärherrschaft stammenden „Nationalen Sicherheitsgesetzes“ ermit-telt wird.
Der Korea Verband e.V. ist aus der Solidaritätsbewegung mit dem Widerstand gegen die Militärdikta-tur und dem Kampf für Demokratie in Südkorea hervorgegangen und setzt sich seit seiner Gründung im Jahre 1990 für die ersatzlose Abschaffung des Nationalen Sicherheitsgesetzes ein. Das Gesetz war bekanntlich im Jahre 1948 von den diktatorischen Machthabern in Seoul zu dem Zweck erlassen wor-den, jeden demokratischen Widerstand zu zerschlagen.
Das Fortbestehen eines solchen Gesetzes und - wie sich aktuell erneut zeigt - seine aktive Anwen-dung stehen dem Prozess der Demokratisierung der südkoreanischen Gesellschaft, aber auch der des Nordens und damit einer Annäherung beider Gesellschaften diametral entgegen. Angesichts dieser Situation erscheinen sämtliche Beteuerungen der südkoreanischen Regierung, sie sei um Ausgleich bemüht, als bloße Lippenbekenntnisse.
Wir fordern die sofortige Außerkraftsetzung und die ersatzlose Abschaffung des Nationalen Sicher-heitsgesetzes und die sofortige Einstellung der sich auf dieses Gesetz gründende Verfolgung gegen Prof. Dr. Song Du-Yul.
Nähere Information über den Fall „Song Du Yul“ erhalten Sie auf unserer Website http://www.koreaverband.de/aktuelles/index.html.
Dr. Rainer Werning
Vorsitzender des Vorstandes
Korea Verband e.V. im Asienhaus (D-Essen)
Dr. Hyondok Choe
Geschäftsführerin
Korea Verband e.V. im Asienhaus (D-Essen)